"Gell, du schreibst dann auch etwas über Erziehung?!", so meine Freundin vor einem Jahr, als sie sich für die erste Ausgabe des Mama-Seminars (Vorreiter der heutigen Behüterin) einschrieb.

Ich mit grossen Augen: "Ich? Über Erziehung? Dazu fühle ich mich wahrhaftig nicht befugt - es gibt schon zahlreiche Fachliteratur dazu, meine laienhaften Äusserungen dazu sind nicht wirklich gefragt." Meine Freundin so: "Naja, immerhin bist ja Kindergärtnerin und du hast das toll gemacht. Deine beiden Mädchen erscheinen mir offen und gut erzogen. Wieso nicht? Bestimmt hast du ein paar Tipps?"

Magst du lieber zuhören statt selber lesen?

Nun, ehrlich, meine Mädchen sind 9 und 11 Jahre alt, also weiss Gott was noch auf mich zukommt...! Und die beiden bringen mich sehr gekonnt immer wieder an meine Grenzen....wie es mich eine ganze Kindergartenklasse nicht brachte....!

Seit einem Jahr trage ich den Beitrag zu diesem Thema herum. Nun ist es wohl gewachsen und bereit gezeigt zu werden!

Dazu will ich dir erst sagen, dass ich mich weiterhin nicht als die Mutter sehe, die anderen Tipps in Sachen Erziehung geben kann und will. Ich war und bin oftmals überfordert, habe meine Kinder auch schon angeschrien und sie mal ins Zimmer geschoben. Ich habe unendlich viele Bücher gelesen, Kurse besucht und auch schon mit einer Psychologin gesprochen.

Auf uns Mamis lastet ein riesiger Druck. Wie das Kind schlussendlich herauskommt und sein eigenes Leben meistert, scheint von der Erziehung abhängig zu sein. Ist das so? Ist es die Erziehung oder wir Mamis die das beeinflussen??

Ein wegweisendes Gespräch hatte ich mit zwei Freundinnen. Während ich mit einer von ihnen alle gelesenen Erziehungsbücher durchging, und wir uns ein wenig über die Tipps lustig machten und was alles nicht funktionierte, war die andere Freundin ganz still. Als wir nachfragten meinte sie, dass sie keines dieser Bücher gelesen hätte. "Ja aber", warst du nie unsicher und hast Rat gebraucht. "Doch" sagte sie, aber dann habe ich mich vor das Kind gestellt und mich gefragt "Was braucht mein Kind jetzt?" in mich hineingehört und so gehandelt.

Nun waren wir beide sehr still.....!

 

So habe ich für mich entschieden, mich nicht mehr von Meinungen und Ratschlägen anderer führen zu lassen. Ich gehe davon aus, dass jedes Kind sich seine Eltern auswählt und es erhält von ihnen gewiss das, was es für seinen Seelenweg braucht. Ich bin davon überzeugt, auch wenn dies dir vielleicht zu esoterisch klingt.

Die Welt, die Familie hat sich stark verändert und mit ihnen die Bedürfnisse der Kinder.

Erziehung ist meiner Meinung das falsche Wort. Die Kinder brauchen nicht gezogen werden. In keinerlei Richtung. Es sind bereits fertige Menschen mit einer ganz eigenen Lebensaufgabe im Herzen. Sie wollen von dir achtsam begleitet werden. Du stöhnst vielleicht? Laisser-faire hatten wir schon - Kinder brauchen Führung. Ja, da gebe ich dir recht. Beim "laisser-faire" kam von den Eltern eine Gleichgültigkeit zu Tage. Gleichgültigkeit fordert immer heraus zu Aktion, Reaktion und Provokation.

Ich will dich dazu anhalten alle Ratschläge von Aussen zu ignorieren. Achte auf dein Bauchgefühl. Was stimmt für dich? Egal was Statistiken, die Schwiegermama, die Nachbarn sagen. Damit du das kannst musst du aber stark sein. Dich stärken, dich bewusst und achtsam machen mit Lebenszielen, das ist mein Ziel in meinem Mama-Seminar. Denn nur so kannst du dein Kind begleiten. Es wird dich prüfen, herausfordern und alles kopieren von dir.

"Ja aber", wirfst du evtl. auf, "Kinder brauchen Grenzen". Grenzen bauen nur Menschen auf um sich zu schützen vor äusseren Einflüssen. Aber äussere Einflüsse müssen nicht per se schlecht sein. Sie können dich herausfordern und damit voran bringen.

Kinder brauchen Liebe. Jemand der da ist für sie, sie hält und unterstützt. Jedes Kind hat seine ganz eigene Stärke die es herauszufinden und zu fördern gilt.

Grenzen schränken ein. Was manchmal sein muss - um die Sicherheit zu gewährleisten. Ganz klar!

Kinder brauchen vor allem Liebe. Liebe und Vorbilder.

Und die Welt braucht Kinder voller Liebe, Kinder, die aus eigenem Antrieb aus eigener Freude und Interesse heraus handeln.

Und diese Kinder brauchen mutige Mamis. Mamis, die ihren Kinder Liebe, Halt, Zuversicht und Geduld bieten. Perfekt ist nicht gewünscht - sondern einfach da sein, mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten, dazu stehen, diskutieren, dem Kind vorleben.

Das klingt alles so schön - aber einfach ist es trotzdem nicht! Ständige eigene Reflektion sind nötig, Arbeit an sich selbst. Höre auf dein Bauchgefühl. Was braucht DEIN Kind JETZT! Horche in dich hinein.

Und genau so oft frage dich, liebes Mamis, was brauche ICH jetzt? Was tut mir gut? "Ich brauch erst mal Kaffee" stöhnen wir Mamis oft und ertränken im Koffein das Bedürfnis nach Erholung, einer bewussten Pause. Dies nur so als Beispiel. Höre heute ganz gezielt in dich hinein und hinterfrage deine Bedürfnisse. Ist es ein echtes? Überdeckt es etwas? Etwas, dass mir mehr dienen könnte? Wenn du dich und deine Bedürfnisse ernst nimmst, kannst du die der Kinder ebenfalls viel besser wahrnehmen und auf sie eingehen.

Das ist mein grosses Ziel in der Ausbildung zur Behüterin. In erster Linie DICH stärken, deine Intuition fördern, damit du auf dein Herz hörst und somit deinen Kindern der Leuchtturm im Sturm bist!

Und somit nochmals: nein, zu Erziehung sage ich ganz gewiss nix....auch in der Ausbildung zur Behüterin nicht!

Hinterlasse mir deine Meinung zu Erziehung im Kommentar! Ich bin gespannt!

Lieben Gruss

Fabienne

About the author

Fabienne ist Mama von zwei Mädchen, Hausfrau, Puppenmacherin, Schäferin und Lebensliebhaberin! Sie hilft Frauen, die allen gerecht werden wollen, sich nicht zu verausgaben und ihre Kräfte zu behüten! Dabei ist ihre Superkraft das Mond-/Zykluswissen....

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  1. Mit den eigenen Bedürfnissen sich auseinander zu setzen fällt unheimlich schwer. Aber du hast in allem so recht. Erziehung ist ein heikles Thema vor allem unter Mütter . Einen Beitrag wie deinen habe ich weder gehört noch gelesen und bin begeistert! Man darf sich nicht verrückt machen, klingt leichter als es ist. Ich finde es toll das du alles selbst so erlebst und in Sachen Erziehung mit nur einem Beitrag die Augen öffnest statt vermeintliche Tipps zu geben.Liebe Grüsse

    1. Das freut mich sehr Sandra, danke! Darum habe ich mich auch so schwer getan mit dem Veröffentlichen dieses Beitrages….es ist einfach Tipps zu geben….aber jedes Kind ist so individuell! Was hier funktioniert geht woanders nicht die Bohne! Darum weiss jede Mutter nur für ihr Kind DIE Lösung. Und ja, eigene Bedürfnisse wahrnehmen, annehmen und auch befriedigen fällt insbesondere uns Mütter ausgesprochen schwer. Aber es ist essentiell!
      Lieben Gruss und danke für deine Worte!
      Fabienne

  2. Toller Beitrag – und wie mit allem Wahren: leichter gesagt, als getan ;-)
    Auch wir gehen den bedürfnisorientierten Weg. Wenn auch im Moment mit Hauptaugenmerk auf das Kind (2). Aber… ich glaube, das ist für uns genau der richtige Weg um miteinander und aneinander zu wachsen. Denn ich muss noch viel lernen, wenn es um meine eigenen Bedürfnisse geht. Oft erkenne ich sie viel zu spät. Und ich hoffe, dass ich genau das meinem Minimann später ersparen kann: immer nur zurückstecken, zu wenig auf sich selbst schauen… Ich wünsche ihm, dass er gut genug auf sich selbst schauen kann, um dann von Herzen gern auch für andere da sein zu können

    Liebe Grüße in meine Herzensheimat ♥️

  3. Ja, du hast recht, jedes Kind ist individuell und ja sogar da, was heute gut ist, ist morgen manchmal grad wieder anders. Was ich mit Gesprächen anderer Mütter herausgefunden habe (alles Kinder in der „Trotzphase“) ist, dass alle immer wieder an ihre Grenzen kommen. Und an der oft Grenze sein ist schwierig und hart auszuhalten. Ich glaube dranbleiben wird sich lohnen, auch wenn es nicht immer einfach ist. Mal sollte mehr an die postive Dinge Denken und daran festhalten.
    Als ich mit unserem ersten Kind schwanger war, hat mir eine Tante mal gesagt: Überall und jeder gibt dir Tipps. Nimm das heraus was für dich stimmt, den Rest kannst du grad wieder vergessen!

    Den Satz „was braucht Kind jetzt“ werde ich mit auf dem Weg nehmen.

    Danke für deinen Beitrag!

  4. Danke für Deine Worte!
    Habe Deinen Text einige Male gelesen und dies hat in unserer Familie auch tiefe Wurzeln.
    Manchmal ist es ein langer Weg, aber ein lohnenswerter. Mein bald 18 jähriger hat mich diesbezüglich sehr viel gelernt.
    Ich bin heute dankbar und froh, durfte ich mit ihm diesen steinigen Weg gehen, es hat mich für seine Geschwister und mich selber stark gemacht.
    „Erziehung“ hat für mich eine ganz andere Bedeutung bekommen.
    -zuhören
    -hinsehen
    -ernstnehmen
    Auch wenn sie noch so klein sind..
    Allen Mamis viel Energie im Alltag!!

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